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Aktuelles

22.02.2021

Stellungnahme zum Gespräch mit Sandra Kegel

Der zweite gemeinsame Jour fixe "Kultur schafft Demokratie" hat verärgerte Reaktionen und harte Kritik ausgelöst. Wir hatten den Termin mit der FAZ-Feuilleton-Chefin Sandra Kegel bereits im Januar vereinbart, um ein Gespräch über die heutige Rolle des Feuilletons im gesellschaftlichen und politischen Diskurs zu führen. Nachdem Sandra Kegel wenige Tage vor dem Termin einen vielfach problematisierten Kommentar zu der Initiative #actout veröffentlicht hat, war klar, dass wir das Themenspektrum erweitern mussten.

16.02.2021

Nächster "Jour Fixe. Kultur schafft Demokratie!"

Am 18.2. haben wir Sandra Kegel, Leiterin des Feuiletton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zu Gast. Gesine Schwan und Jörg Bong werden mit ihr über die Bedeutung des Feuilleton für die grundsätzlichen gesellschaftlichen Debatten von heute sprechen. Carsten Brosda wird aus terminlichen Gründen später hinzustoßen.

Die Einladung zur Veranstaltung ist über diesen Link abrufbar. Die Veranstaltung wird Live auf dem Youtube-Kanal des Vorwärts gestreamt.

28.01.2021

Jour Fixe - Kultur schafft Demokratie mit Ingo Schulze

Ingo Schulze

28. Januar 2021 | 18:00 Uhr | YouTube Live-Stream

Zum öffentlichen Auftakt unserer neuen Diskussionsreihe von Grundwertekommission und Kulturforum der SPD wird der Schriftsteller Ingo Schulze, dessen Roman "Die rechtschaffenen Mörder" im letzten Jahr für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, in einem Implus über die politische Verantwortung des Autors sprechen. Gibt es den politischen Gegenwartsroman? Wieweit soll der/die Autor*in auch als Bürger*in die Stimme erheben? Braucht das gesellschaftliche Gespräch die Autor*innen als besonderen Seismograph der Verhältnisse?

Wir wollen mit dieser Diskussionsreihe gerade in Corona-Zeiten die kulturelle Dimension des Politischen stärken - ganz in der Tradition eines weiten, über die Künste hinausgehenden Kulturbegriffes, einer Kulturpolitik, die sich als Gesellschaftspolitik versteht und dessen, was mal offene Begegnung von Geist und Macht hieß.

Es geht um Kultur als Fundament des gesellschaftlichen Zusammenlebens, um Fragen, wie wir leben wollen, um Werte und Bildung, um Demokratie und Solidarität angesichts der Kulturalisierung von Konfliktlinien, um Fragen kultureller Vielfalt und Identität, darum, dass Zukunftsfähigkeit auch kultureller Hegemonie bedarf und schlicht um die Reflexion des großen Ganzen.

Dazu wird monatlich ein interessanter Gast, ob Künstler*in, Autor*in, Intellektuelle*r, Wissenschaftler*in, Vertreter*innen von Kulturinitiativen, usw. eingeladen, die ihr Kulturverständnis zur Diskussion stellen - per Videostream auch als öffentlichen Veranstaltung. Prof. Dr. Gesine Schwan (Vorsitzende der Grundwertekommission der SPD) und Dr. Carsten Brosda (Vorsitzender des Kulturforums der Sozialdemokratie) werden auf Ingo Schulze antworten und mit ihm diskutieren, bevor die Debatte geöffnet wird.

Jörg Bong, Autor und Publizist sowie ehemaliger Geschäftsführer des S. Fischer Verlags wird das Gespräch moderieren.

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28.07.2020

Nachruf auf Hans-Jochen Vogel

von Gesine Schwan

Noch im Mai diesen Jahres hat Hans-Jochen Vogel mir engagiert wie immer und mit einer umfangreichen Dokumentation nahegelegt, als Vorsitzende der Grundwertekommission dafür zu sorgen, dass eine Bodenrechtsreform in das SPD Wahlprogramm für 2021 kommt. Das war mehr als eine Bitte. Dazu hatte er mit 93 Jahren ein sehr kompetentes „Büchlein“, wie er es nannte, geschrieben. Seine Energie, für Gerechtigkeit zu kämpfen, nicht zuletzt in der Wohnungspolitik, seinem ureigenen Kompetenzfeld, war schier unerschöpflich. Als Ehrenmitglied der Grundwertekommission der SPD verfolgte er ihre Tätigkeiten gewissenhaft und griff ein, wenn er dies für nötig hielt.

Dass er dabei streng Aufträge ersteilte, war manchmal unbequem. Aber zu erleben, wie hier ein Sozialdemokrat ohne jede Karriereabsicht unerschütterlich seine Sache verfolgte und mit ausgefeilten Argumenten stritt, war so ermutigend, dass man gern noch mehr Aufträge entgegenzunehmen bereit war. Hans-Jochen Vogel war ein Fels in der Brandung, die Personifizierung der Integrität, er war ein Überzeugungstäter und eine Autorität. Sich ihm gewachsen zu zeigen, war nicht einfach, man musste sich sehr anstrengen, um nicht bei einer gedanklichen Nachlässigkeit ertappt zu werden. Aber als echte Autorität sorgte er dafür, dass die Genossinnen und Genossen an seinen Forderungen wachsen konnten.
Einmal haben wir uns so lauthals gestritten, dass ich eine Woche lang heiser war. Er nicht. Am Ende der Woche traf ich ihn in der Deutschen Oper Berlin und er fragte ironisch, aber wohlwollend, ob ich wieder genesen sei. Ja, man konnte mit ihm streiten, aber das hat die menschliche Verbundenheit nicht gestört. Das lag an seiner geistigen Großzügigkeit, seinem weiten Horizont, seiner umfassenden Bildung und seiner damit verbundenen Einsicht, dass man bei aller Selbstdisziplin und Strenge doch auch irren kann. Sogar er. Und es lag an seinem tiefen, sehr reflektierten christlichen Glauben, der menschliche Verbundenheit höher schätzte als theoretisches Rechthaben und der unsere Endlichkeit nie aus dem Blick verlor.

Das galt über die Parteigrenzen hinweg. Mit Hildegard Hamm-Brücher verband ihn eine lange politische und menschliche Freundschaft. Davon zeugte seine wertvolle Mitarbeit in der von ihr gegründeten Theodor-Heuss-Stiftung, die ihm sehr viel verdankt. Seine Freundschaft hielt ihn allerdings nicht davon ab, Hildegard Hamm-Brücher auch von Zeit zu Zeit zu widersprechen. Sie hat das – nicht immer begeistert – akzeptiert.

Als Mitbegründer des sog. Seeheimer Kreises galt er in den siebziger Jahren als „rechter“ Sozialdemokrat. Er war eben kein Marxist und strebte keine Systemüberwindung an. Auf dem Boden des Grundgesetzes ging es ihm um radikale Reformen, z.B. zum Boden- und Baurecht, um vorzügliche öffentliche Verkehrsmittel in München, generell um öffentliche Güter, auch ein verlässliches Rechtssystem gehörte dazu, das alle in Anspruch nehmen können sollten.

Jochen Vogel hat hohe Ämter im Staat und in der Partei innegehabt, bis hin zum Parteivorsitzenden in der schwierigen Nachfolge Willy Brandts, der ganz anders war als er, den er aber hoch respektierte. Seine Ämter haben ihn sicher auch mit Genugtuung erfüllt. Aber sein Amtsverständnis war ein Dienstverständnis. Dienst und Pflicht standen hoch im Kurs bei ihm. Er war ein ausgesprochen protestantischer Katholik.

Wir mussten damit rechnen, dass Hans-Jochen Vogel, der seine Krankheit tapfer und demütig ertrug, von uns gehen würde. Nun ist es geschehen, und wir sind sehr traurig darüber, ihn und seine großartige Frau Lieselotte nicht mehr zusammen im Augustinum in München besuchen zu können. Hans-Jochen Vogel war ein wunderbarer Freund, nüchtern und leidenschaftlich.

27.7.2020

22.10.2019

Zum Tod von Erhard Eppler: Tiefer Dank für einen großen Sozialdemokraten

Erhard Eppler lebt nicht mehr. Er ist am Samstag dem 19. Oktober 2019 im Alter von 92 Jahren verstorben. Von 1973 bis 1992 leitete er die Grundwertekommission der SPD. Es ist schwer, die Nachricht von seinem Tod anzunehmen. Zwar war er schon lange aus allen Parteiämtern ausgeschieden, aber zugleich wuchs seine Autorität in der gesamten Partei. Wir schulden dem großen Sozialdemokraten Erhard Eppler einen tiefen Dank dafür, dass er so unermüdlich für Menschlichkeit gestritten hat. Und wir sind sehr traurig mit seinen Angehörigen und Freunden.

Gesine Schwan